Termine Taping

16.04.2018 - 18:30 - 21:30

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Tape Info

KINESIOLOGY-TAPE

Geschichte

Anfang der siebziger Jahre suchte Dr. Kenzo Kase, ein jap. Chiropraktiker, nach neuen Therapietechniken. Um negative Auswirkungen durch die konventionelle chiropraktische Behandlung möglichst gering zu halten, suchte er nach sanfteren Ansätzen. Sein Augenmerk richtete er speziell auf die Strukturen von Muskeln und Muskelfaszien sowie den Lymphfluss. Es kamen verschiedene Konzepte zur Anwendung, er entwickelte unter anderem das klassische Sporttape und das erste Kinesiologische Tape.

Das Kinesio- Tape besteht aus elastischem Gewebe (96%Baumwolle 4% Lycra) mit einer speziellen Faser-Anordnung und einem Acrylkleber auf der Unterseite, bedeckt mit einem Papierstreifen, den man abzieht. Es passt sich der Körperstruktur gut an und kann bis max 1,5 x gedehnt werden. Es ist nicht zu verwechseln mit dem viel festeren Gelenktape, welches zur Gelenkstabilisation verwendet wird. (Bei Sportlern z.B. für die Finger- oder Fussgelenkstabilität).

Wirkung

Die Wirkung kommt durch die unterschiedliche Dehnung und die Art und Weise des Klebens und der Anlage zustande.

Eine der Hauptwirkungen ist der "Lifting Effekt" auf die Haut. Das Tape hebt die Haut leicht an und sorgt dadurch für eine Reduktion der Kapillargefässkompression. Das häufig beschriebene warme Gefühl lässt sich mit der Durchblutungsverbesserung erklären. Die Hautoberfläche wird zusätzlich  stimuliert, was eine Schmerzlinderung durch den "Gate Control Effekt" bewirkt. Eine Studie der Uni Lübeck hat nachgewiesen, dass die Stimulation der Hautrezeptoren zu einer Reduzierung der Schmerzhormone führt.

Zusätzlich hat es einen Drainageeffekt auf das Lymphsystem, was zu einem verbesserten Abfluss der angestauten Flüssigkeit im Gewebe und aus dem extrazellulären Raum führt.

Wenn das Tape auf den Muskelketten angelegt wird,  hat es eine unterstützende Wirkung  der Muskelfunktionen zur Folge. Einen verspannten Muskel kann man entlasten, d.h. detonisieren oder ein Muskel stärkendes Tape zur Tonisierung anlegen. Je nach Stärke des Zuges, welchen man auf das Tape ausübt und die Klebe-Richtung, können verschiedene Wirkungen erzielt werden.  

Anlage

Bei der Anlagetechnik ist es häufig  sinnvoll, auch die Muskelkette auf der Gegenseite zu tapen, der Effekt wird damit grösser.

Das Tape soll von einer Fachperson angelegt werden, damit es an der richtigen Stelle  und mit der idealen Dehnung geklebt ist. Man kann das Kinesio-Tape dehnen, je nach Anlage und Zielsetzung. Das Kinesiotape ist bis auf die anderthalbfache Länge dehnbar und kann die Körperbewegungen auch unter hoher Belastung problemlos begleiten.

Für eine gute Klebekraft muss die Haut  frei sein von Crèmes oder sonstigen Stoffen (mit einem Spezial-Reiniger oder Alkohol reinigen),  der Klebstoff kann sich  besser verteilen und wirken. Der Zug soll richtig dosiert sein und die Ursprungs- und Ansatzpunkte der Muskeln miteinbezogen sein. Je nach Zielsetzung (detonisierend oder aufbauend) wird das Tape vom Ursprung zum Ansatz eines Muskels oder umgekehrt geklebt.  Eine unsachgemässe Anlage, zu starker Zug oder eine Tape-Anlage am falschen Ort können zu Irritationen oder zu einer verminderten Wirksamkeit führen.  Selten gibt es Nebenwirkungen, meistens sind dies Hautirritationen oder dass das Tape auf der Haut nicht vertragen wird.  

Das Tape kann 4-6 Tage an der gleichen Stelle kleben bleiben, die lange Wirkdauer ist von entscheidender Bedeutung für die Schmerzblockade. Das Tape darf nass werden (duschen, schwimmen), es trocknet innerhalb von Minuten und bleibt bei einer guten Anlage problemlos kleben.

Es können auf einzelnen Schmerzpunkten auch sog. Schmerztapes angelegt werden, welche kompakt sind und sehr punktuell wirken. Dabei wird das Tape sternförmig angelegt und der Lifting Effekt auf die Haut und die Hautrezeptoren stark verstärkt. Durch die Durchblutungsverbesserung wird nach meiner Erfahrung oft auch ein angenehmes Wärmegefühl verspürt, was zusätzlich Schmerz reduzierend wirkt.

Den Farben wird von einigen Autoren noch zusätzlich Wirkung zugeschrieben:

rot = tonisierend und energieaufbauend, blau = entspannend, schwarz= neutral. Dies wird ganz unterschiedlich gehandhabt und angewendet oder den Klienten in die Farbwahl miteinbeziehen.

 

Bei Halswirbelsäulen-Distorsionen

TapeBei HWS-Verletzungen wie Distorsions- und Beschleunigungsverletzungen ist es wichtig, das Tape über dem richtigen Muskel und am richtigen Ort anzulegen, damit es den Effekt entfalten kann. Nebst dem Hals - hinten und seitlich- soll der Rücken und die Schultern miteinbezogen werden.  Die myofascialen  Anlagen für den Rücken werden von unten nach oben geklebt. Am Nacken wird das Tape dem Schultermuskel (M. Trapez) entlang und neben der Wirbelsäule geklebt. Man kann bis in den Hinterkopfbereich und so weit wie möglich hoch kleben, um die oberen Nackenmuskeln möglichst einzubeziehen. Ein chron. verspannter Muskel führt häufig eine Lymphstauung mit sich, (bei HWS-Pat. häufig anzutreffen), durch den Lifting Effekt werden die Lymphgefässe entkomprimiert und der Transport von Lymphe und Blut verbessert. Das ist ein hervorragendes Einsatzgebiet von Kinesiotapes.

Das Kinesiotape eignet sich hervorragend zur Unterstützung der Behandlung von HWS-Distorsionen, zur Muskelentlastung und zur Durchblutungsverbesserung.

GERDA BRAUN,  Praxis für Physio- und Komplementärtherapie,  Bremgartnerstr. 18, 8003 Zürich

 Vorstandsmitglied Schleudertraumaverband